Mehr als eine Spende

Wenn die Welt für ein paar Stunden in die Kinderklinik kam.

Mit Ross Antony (links) und Nico Rosberg (rechts)

Berlin ist manchmal erstaunlich klein.

Viele Menschen aus Film, Fernsehen oder Sport kennen sich untereinander. Man trifft sich bei Veranstaltungen, Benefizgalas oder gemeinsamen Projekten. Und wenn jemand helfen möchte, wird oft gefragt, wo eine Spende oder ein persönlicher Besuch wirklich etwas bewirken kann. Auf diese Weise fiel immer wieder der Name unserer Kinderklinik. So standen plötzlich Menschen vor unserer Tür, die man sonst nur aus dem Fernsehen kannte.

Ross Antony war einer von ihnen.

Er hatte an einer Weihnachtsaktion des SAT.1-Frühstücksfernsehens mitgewirkt. Prominente signierten Christbaumkugeln, die anschließend versteigert wurden. Der Erlös sollte einer Einrichtung für kranke Kinder zugutekommen. Die Wahl fiel auf unsere Kinderkrebsstation. Wie so oft musste alles schnell gehen.

„Ross hätte morgen Zeit. Sind Sie bereit?"

Natürlich waren wir bereit. Schon am nächsten Tag stand das Fernsehteam in unserer Klinik. Nach der offiziellen Spendenübergabe nahm sich Ross Antony viel Zeit für die Kinder. Er sprach mit ihnen, scherzte, schrieb Autogramme und machte Fotos. Für einen kurzen Augenblick spielte die Krankheit keine Rolle mehr.

Ein anderes Mal besuchte uns Nico Rosberg.

Er wollte aus einem besonderen Anlass eine größere Spende machen. Bevor er sich entschied, wollte er allerdings sehen, wo das Geld eingesetzt werden würde. Also verbrachte er einen ganzen Nachmittag bei uns auf der Station.

Er ging erstaunlich selbstverständlich mit den Kindern um. Es dauerte nicht lange, bis sie ihn wie einen ganz normalen Besucher behandelten. Eine unserer jugendlichen Patientinnen entwickelte dabei sogar eine kleine Schwärmerei für ihn, was auf der Station natürlich für einige Heiterkeit sorgte.

Solche Besuche waren weit mehr als reine PR-Termine. Krebskranke Kinder erleben oft, wie ihr bisheriges Leben plötzlich stehen bleibt. Während ihre Freunde zur Schule gehen, Sport treiben oder verreisen, verbringen sie Wochen oder Monate zwischen Chemotherapie, Operationen und Untersuchungen. Viele fühlen sich ausgeschlossen und glauben, zu den Verlierern zu gehören.

Wenn dann ein bekannter Schauspieler, Musiker oder Sportler ihretwegen in die Klinik kommt, verändert sich dieses Gefühl für ein paar Stunden völlig. Plötzlich sind nicht sie diejenigen, die etwas verpassen. Plötzlich kommt die Welt zu ihnen.

Deshalb habe ich solche Besuche immer unterstützt. Nicht wegen der Schlagzeilen oder der Fotos. Sondern weil ich immer wieder erleben durfte, wie viel Freude ein einziger Nachmittag einem schwer kranken Kind schenken kann.