Die besondere Kinderklinik

Was von der Idee der MOKI im Alltag der neuen Kinderklinik lebendig blieb.

Die Maren-Otto-Kinderklinik wurde nie gebaut.

Ihre Ideen dagegen schon.

Als die neue Kinderklinik schließlich fertig war, war sie natürlich nicht mehr das Gebäude, das Maren, Jennifer Kirchner und ich über Monate geplant hatten. Die Integration in den Bauteil D hatte viele Kompromisse erzwungen. Trotzdem war Einiges von unserer ursprünglichen Philosophie erhalten geblieben.

Das Herzstück der Klinik bildete ein Theater mit Bühne und Platz für rund fünfzig Besucher. Es lag mitten in der Kinderklinik und nicht irgendwo im Keller oder in einem Mehrzweckraum. Genau so hatten wir uns das vorgestellt. Das Theater war von allen Stationen aus schnell erreichbar. Selbst Kinder, die an Infusionen angeschlossen waren oder im Rollstuhl saßen, konnten an den Veranstaltungen teilnehmen.

Daneben entstanden ein Musikstudio, ein Kochstudio, eine Werkstatt, ein Spielzimmer und unmittelbar vor der Kinderklinik ein großer Spielplatz. Vieles war kleiner geworden als ursprünglich geplant. Aber die Grundidee war geblieben: Die Kinder sollten nicht das Gefühl haben, den ganzen Tag in einem Krankenhaus verbringen zu müssen.

Besonders wichtig war mir, dass diese Bereiche nicht nur gelegentlich genutzt wurden. Sie gehörten zum Alltag der Klinik. Das Theater war keine Kulisse für den Tag der offenen Tür, sondern ein Ort, an dem regelmäßig Veranstaltungen stattfanden. Im Kochstudio wurde tatsächlich gekocht und gebacken. Im Musikstudio musizierten die Kinder gemeinsam mit unserer Musiktherapeutin. In der Werkstatt wurde gesägt, gehämmert und gebastelt. Der Spielplatz vor der Klinik war fast immer belebt.

Mit der Zeit entwickelte die Kinderklinik dadurch eine ganz eigene Atmosphäre. Viele Besucher waren überrascht, wie lebendig es dort zuging. Natürlich wurde hier schwerkranken Kindern eine hochspezialisierte Medizin angeboten. Aber gleichzeitig wurde gelacht, gespielt, musiziert und gekocht.

Genau das hatten wir erreichen wollen. Die Krankheit sollte nicht den gesamten Alltag bestimmen. Sie sollte nur ein Teil davon sein.