Hans-Jürgen („Algier“)
Wie es zu dem Spitznamen „Algier“ kam, weiß ich gar nicht mehr.
Jedenfalls saßen wir in der Oberstufe zeitweise nebeneinander
und machten allerhand Unsinn.
Ich erinnere mich an gemeinsame Zeichenaktionen während des Unterrichts.
Als ich bereits eine beachtliche Matte hatte,
ließ Hans-Jürgen sich ebenfalls die Haare lang wachsen.
Ich brachte ihm einige der damals neuen Rockformationen näher,
und gemeinsam fuhren wir nach Frankfurt zu einem Konzert von
Emerson, Lake and Palmer.
Später verloren wir uns etwas aus den Augen.
Dennoch gehört Hans-Jürgen zu den Menschen,
die untrennbar mit meiner Schulzeit verbunden sind.
Jürgen aus Wittlich
Jürgen war in der Parallelklasse der Oberstufe.
Näher kennen lernte ich ihn auf den verschiedenen Weinfesten an der Mosel,
wo wir uns immer wieder trafen.
An der Wittlicher Säubrennerkirmes war er einmal unser Chauffeur.
Die Sache endete allerdings wenig erfolgreich:
Die Polizei kontrollierte ihn, stellte einen erhöhten Alkoholspiegel fest
und der Führerschein war erst einmal weg.
Später gehörte er zu der Mannschaft, die zum Geldverdienen
zur Firma Beral nach Marienheide fuhr.
Auch daran hängt noch die eine oder andere Geschichte.
Irgendwann verloren wir uns aus den Augen.
Später hörte ich, dass er schwer erkrankte und verstorben ist.
Jürgen („Luigi“)
Den Spitznamen bekam er, so habe ich gehört, vom Erdkundelehrer Zimmer.
Beim erstmaligen Kennenlernen der Klasse meinte er, das Jürgen so aussähe wie ein "Luigi" -
wegen seines südländischen Äußeren.
Luigi kam aus Burgen an der Mosel. Während der Schulzeit hatten wir wenig Kontakt miteinander.
Aber wir hatten eines gemeinsam: Wir blieben gemeinsam sitzen.
Nach dem Abitur kam er nach Gießen,
wo er zunächst Medizinische Dokumentation und später Medizin studierte.
In Gießen wohnten wir über längere Zeit zusammen in einer Wohngemeinschaft.
Über diese Zeit ist im Kapitel "Giessen" einiges festgehalten.
Olli
Olli kam aus Hoxel, etwa fünf Kilometer von Morbach entfernt,
und fuhr wie wir mit dem Schulbus nach Bernkastel.
Unser gemeinsames Terrain war die hinterste Sitzbank.
Dort tummelte auch er sich am liebsten.
Olli war zwar eine Klasse unter mir,
aber wir hatten eine ähnliche Wellenlänge.
Er hatte immer einen Spaß auf Lager
und war häufig der Mittelpunkt des Geschehens
im hinteren Bereich des Schulbusses.
Außerdem war er ein Meister im Erfinden von Spitznamen.
Nach dem Abitur sahen wir uns lange Zeit nicht mehr.
Ich ging irgendwann in die USA,
Olli in die Schweiz, wo er bis heute lebt.
In den letzten Jahren sehen wir uns wieder häufiger.
Vielleicht auch deshalb, weil ihn die Sehnsucht
nach der alten Heimat nicht losgelassen hat.
Andy
Andy kam aus Morbach und war wie der harte Kern
meistens im hinteren Bereich des Schulbusses anzutreffen.
Er hatte einen wunderbaren, teilweise exzentrischen Humor.
Traf dieser auf den von Olli, war das Ergebnis meist ein Spektakel,
das die Busfahrt nach Bernkastel wie im Flug vergehen ließ.
Viele Erinnerungen an diese Zeit verbinden sich weniger mit einzelnen Ereignissen
als mit diesem ständigen Gelächter, den Sprüchen und dem Gefühl,
dass auf der hintersten Bank des Schulbusses immer etwas los war.
Später sahen wir uns nur noch sporadisch.