Eigentlich hatte ich im Mai 2019 in den Ruhestand gehen wollen. Stattdessen übernahm ich im Juli die Leitung einer Kinderklinik, die seit mehreren Jahren ohne regulären Chefarzt ausgekommen war. Meine Aufgabe war auf zwei Jahre begrenzt: Ich sollte die Klinik medizinisch und organisatorisch weiterentwickeln und eine Nachfolge ermöglichen.
Es gab viel zu tun. Die Neonatologie musste trotz eines Mangels an qualifizierten Ärzten gesichert werden. Ich wollte neue Schwerpunkte schaffen, die Kinderpsychosomatik entwickeln und die verschiedenen Bereiche des Kinderzentrums enger zusammenführen. Daneben ging es um etwas scheinbar Banales: verlässliche Absprachen, vernünftige Aufnahmezeiten und eine Organisation, die den Alltag für Patienten und Mitarbeiter erleichterte.
Mit der Geschäftsführung konnte ich zunächst gut zusammenarbeiten. Schwieriger war es, manche über Jahre gewachsenen Gewohnheiten zu verändern. Dass eine organisatorisch sinnvolle Lösung nicht zwangsläufig auf Zustimmung stieß, gehörte zu den lehrreichen Erfahrungen dieser Zeit.